Selbstexperiment zuckerfrei

Mein Oktober startete mit einem festen Entschluss: Ich lasse den Zucker los. Nicht, dass er einen großen Raum eingenommen hätte. Doch hier und da hat er sich immer wieder in mein Leben geschlichen.

Da es nicht mein erstes Experiment ist, weiß ich, wie gut es mir ohne Zucker gehen kann. Und ein Wunsch danach pulsierte immer wieder unter der Oberfläche. Vor eingen Jahren startete ich mit zwei anderes Mädels dieses Experiment. Ähnliche Jahreszeit. Kurz vor Weihnachten, wo die Verlockungen größer sind als sonst. Härtetest sozusagen. Und doch fiel es mir erstaunlich leicht, dabei zu bleiben. Ich fühlte mich in meiner Haut so wohl, dass ich aus einem Monat gleich mehrere machte. Doch irgendwann schlichen sich kleine Ausnahmen ein. Und ehe ich mich versah gab es immer wieder Phasen, wo ich zu Süßkram oder Backwaren griff. Zucker in raffinierter Form habe ich schon lange aus meinen Schränken verbannt, doch Ersatz-Zucker sind halt auch Zucker, die auf uns wirken. (Du bist was du isst.)

 

Kurzum: Ich spürte, es braucht einen Radikalschlag.

Und so startete ich mit dem Neumond und sehr unterstützenden Vibes. Keine Süßigkeiten, keine Backwaren, keine fertigen Aufstriche und versteckte Zucker. Obst nur am Morgen im Porridge. Im Grunde änderte sich an meiner Ernährung nicht viel. Nüsse sind jetzt immer mit dabei und ich probiere viel mehr Rezepte und Variationen aus. Und ganz auf Süßes verzichten bedeutet es auch nicht, denn Schokolade lässt sich auch schnell selber zaubern (Kakaobutter oder Kokosöl + Backkakao). Oder mal eine Banane am Nachmittag mit Haferflocken zu Keksen formen.

 

Kein Verzicht. Eine klare Motivation.

Das positive Erleben aus dem ersten Experiment war immer noch greifbar, dahin wollte ich zurück. Ist es nur ein gutes Gefühl oder noch viel mehr? Welche Motivation steckt dahinter? Warum würdest du so ein Experiment wagen? Wenn wir den Fokus auf das Lenken, was wir dadurch bekommen, fällt es leichter. Wir denken nicht die ganze Zeit darüber nach, was uns fehlt, sondern was wir haben. Es ist kein „weg von…“, sondern „hin zu…“

– klarer Geist
– gesunder Körper
– mehr Energie
– emotionale Balance
– pure me

 

Es ist anders als beim allerersten Zuckerfrei.

Es ist noch vie besser. Es gab keine Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen oder ähnliches. Ich konnte wahrnehmen, wie mein ganzes System in den ersten Tagen entgiftet hat, gerade verdauungsmäßig. Danach wurde es einfach nur leichter, in mir. Bildlich gesprochen fühlte es sich an, als wenn sich der mystische Herbstnebel am Morgen auflöst und darunter eine unglaublich klare Sicht frei wird. Wunderschön und gleichzeitig erschreckend. Manchmal auch schmerzhaft. Plötzlich wache ich auf und erkenne, was nicht mehr passt, vielleicht noch nie gepasst hat und sich einfach nicht mehr stimmig anfühlt. In der Lehre des Yoga wird Sattva (eine von drei Qualitäten, die in jedem Lebewesen vorzufinden sind; Gunas) als wünschenswerter Zustand angesehen – Reinheit, Klarheit, Leichtigkeit. Ausgeglichen und in sich ruhend. Jetzt spüre ich ein bisschen mehr, was in den Schriften so einleuchtend klingt.

 

Ein Loslassen im großen Sinne.

Und das hat mich am meisten fasziniert. Wie eine kleine Entscheidung mein ganzes (Er)Leben auf den Kopf stellen kann und es immer noch tut. Es verändert auf allen Ebenen. In meinem Körper, meiner Wahrnehmung und meinem Fühlen. Die Haut wird glatter, reiner und straffer. Pölsterchen schwinden. Ohne Zucker gibt es kein Betäuben, Verstecken und Weglaufen mehr. Ich nehme alles in seiner vollen Intensität wahr. Die Freude, die Traurigkeit, die Wut, die Ohnmacht, das Erkennen, die Ideen und Eingebungen… das pure Leben? Und in meiner spirituellen Praxis öffnen sich ganz neue Dimensionen.

 

Was ich aus beiden Experimenten mitnehme.

Es braucht einen ganz klaren Impuls und Entschluss von Innen. Dann fällt das Dranbleiben und Durchhalten viel leichter. (Lässt sich auch wunderbar auf so viele Bereiche unseres Lebens übertragen) Hänge dir deine Motivation gut sichtabr auf, falls es doch mal Tage gibt, die nicht so einfach sind. Wo nicht die Sucht sich meldet, sondern eine Gewohnheit, die wir mit dem Griff zu Süßigkeiten verknüpft haben.

 

Nach diesen vergangenen 30 Tage weiß ich: Ich bleibe dabei.

Diesmal mit neuer innerer Stärke und hoffentlich für immer. Ich werde weiter die Schleier lüften und mich mutig weiter voran wagen. Mich selbst ganz neu wahrnehmen und mir die Zeit geben, um all das neue Spüren, Fühlen, Erkennen zu verarbeiten.

 
Falls du auch durch deinen Nebel schreiten magst, findest du hier eine begleitende Übersicht. Deine Motivation im Blick und die Reise Häckchen für Häckchen feiern. Und wenn du dich zu deinem Erleben austauschen magst, schreib mir gerne.

 
Alles Liebe,
Sabrina