Nebel, Worte und das große Ganze

― Gedanken, die mit dem Nebel vor meinem Fenster ihren Lauf nahmen.

 
Aus meinem Traum erwacht, war da Nebel. Nebel im Außen, spürbar im Innen. Neutralität, Trägheit. Wie Außen, so Innen. Wie oben, so unten. Alles ist miteinnder verwoben. Nichts ist voneinander getrennt. Wir sind ein Teil der Natur. Wir sind Natur.

Warum verlangen wir so oft von uns, dass wir einfach nur funktionieren? Obwohl wir einen Wandel, den wir im Außen sehen, so deutlich im Inneren spüren. Obwohl wir in diesem Moment etwas ganz anderes bräuchten.

So vieles, was wir wahrnehmen, und doch erst „verstehen“, wenn wir es selber erleben und erfahren. In den letzten Tagen hatte ich einige dieser Momente, in denen sich plötzlich eine ganz neue Welt zu eröffnen schien. Ein Aha-Erlebnis. Etwas, das ich glaubte zu wissen und doch erst mit dem Erleben am eigenen Körper(system) wirklich verstehe. Es ist ein Gefühl von Taschenlampe anknipsen, sodass alles in ein ganz anderes Licht rückt. Was mich auf den Gedanken gebracht hat: Sind wir nicht alle Forscher im Labor unseres Körpersystems?

 

Ist ein Verstehen von Worten nicht erst mit dem Erleben möglich?
Sind bis dahin Worte, die das Erleben beschreiben, eine leere Hülle?
Können Worte überhaupt ausdrücken, was wir erfahren und erleben?
Grenzen Worte nicht eher ein?

 
In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass es mir schwer fällt, in einigen Bereichen die passenden Worte zu finden. Oft ist es so viel mehr, als es Worte in eine Form fassen könnten. Genauso ging es mir mit dem Relaunch meiner Webseite und der Suche nach den Worten für mein Tun. Es ist mehr, als die einzelnen Berufe beschreiben und doch nicht in Worte zu fassen. Alles, was dahinter steht. Alles, was es ausmacht. Alles was ich verwende, trifft es nicht genau.

 

Tun wir in den meisten Fällen nicht mehr, als ein Berufstitel aussagt?
Brauchen wir diese Bezeichnungen, damit es der Verstand greifen und einordnen kann?
Gibt es uns ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit?
Schränken wir uns damit selber ein?

 
Werden wir nicht automatisch zu Experten auf einem Gebiet, wenn uns ein Thema besonders interessiert und beschäftigt? Weil wir eine Erfahrung damit gesammelt haben. Es etwas für uns verändert hat und wir es jetzt (er)leben.
Ohne dass wir dafür einen Berufsabschluss oder eine Weiterbildung haben.

Was ist mit all den Dingen, mit denen wir uns neben unserem „Beruf“ beschäftigen? 
Was wir im Zwischenmenschlichen tun? Coachen wir uns in Beziehungen nicht alle gegenseitig? Beschäftigen wir uns als Selbstständige nicht unbewusst und meist sehr intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung? Bin ich mit dem Schreiben von Blogbeiträgen automatisch Texterin oder Autorin?

 

Würde es nicht Sinnsucher, Lebensforscher, Lebensgestalter, Lebenskünstler…
auf den unterschiedlichsten Themengebieten besser treffen?

 

Namasté und alles Liebe,
Sabrina