MUDRA Magic #1

Anjali Mudra

Hingabe und Dankbarkeit

In jeder Yogastunde verwenden wir diese Handgeste. Vor dem Herzen, vor der Stirn, über dem Kopf, im Sonnengruß, im Krieger I, im Baum… Anjali bedeutet Geschenk oder Gabe. Mit dieser Mudra drücken wir Dankbarkeit an uns selbst und an alle Lebewesen aus. Wir verbinden unsere rechte und linke Körperhälfte, Yin und Yang, die männliche und weibliche Energien in uns.

 
Das Zusammenfügen der Hände vor dem Herzen, dem Zuhause unserer Seele, bringt diese Gegensätze in Balance und erinnert uns daran, unser Herz zu öffnen und nichts weiter zu tun als im gegenwärtigen Augenblick zu sein. In der freundlichen und friedlichen Energie unseres Herzens.

 

Und so geht’s:
Halte deine Hände mit etwas Abstand vor deiner Brust. Schau die linke Hand an und werde dir deiner gesamten linken Körperseite bewusst. Und dann richte den Blick auf die rechte Hand und lenke deine Aufmerksamkeit auf die rechte Körperseite. Lege ganz achtsam beide Handflächen aneinander, Daumen berühren dein Brustbein. Spüre, wie sich hier die Energien in deinem Herzensraum verbinden.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Shivalinga Mudra

Kraftaufladend und förderlich bei jeder Art von Heilung

Shivalinga Mudra verkörpert die Verschmelzung der Energien von Shiva und Shakti. Die linke Hand symbolisiert die weibliche Kraft (Shakti) und die rechte Hand, mit dem aufrechten Daumen, die männliche Kraft (Shiva). Ruhe, Regeneration und Innenschau verbinden sich mit Aktivität, Tatkraft und Wollen. Diese kraftvolle und heilende Handgeste, wird dem Element Feuer zugeordnet.

 
Shiva, der hinduistische Gott der Zerstörung kann auch als Symbol des Neubeginns gesehen werden. Die Zerstörung als Voraussetzung, um etwas Neues wachsen, entwicklen und blühen zu lassen. Diese Mudra erdet und richtet uns auf, wenn wir uns niedergeschlagen fühlen: bei Müdigkeit, Erschöpfung, inneren Spannungen und depressiven Verstimmungen. Sie lässt neue Lebensenergie in unseren Bauchraum fließen, die unseren gesamten Körper erfüllt.

 

Und so geht’s:⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Bringe die Finger deiner linken Hand eng zusammen und forme mit der Handfläche eine kleine Schale. Bilde mit der rechten Hand eine Faust und spreize den Daumen nach oben ab. Lege deine rechte Hand auf deine linke und halte sie auf der Höhe deines Bauches (Solarplexus). Deine Ellbogen öffnen sich dabei seitlich nach außen. Schließe deine Augen und visualisiere, wie Licht durch deinen ganzen Körper strömt und alle Anspannung und Abgeschlagenheit transformiert und heilt.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Vayu Mudra

Harmonisiert Vata

Diese Handgeste hilft, ein Übermaß an Luft zu reduzieren und Vata zu harmonisieren. Wenn zu viel Vata in unserem System vorhanden ist, wir unsere Mitte verlieren, kann das zu viel Luft, Kälte und innerer Unruhe führen. Das wiederum Angst, Gelenkprobleme oder Rheuma begünstigen kann. Auch wenn bei Stress der Bauch grummelt oder einfach zu viel Luft im Bauch ist, unterstützt diese Mudra das Luftelement (Vata) in unserem Körper auszugleichen.

 

Und so geht’s:
Beuge den rechten Zeigefinger und berühre deinen Daumenballen. Platziere deinen Daumen auf dem mittleren Glied des Zeigefingers und strecke die restlichen Finger locker aus. Der Zeigefinger als Element Luft verneigt sich vor dem Feuer und wird vom Daumen umschlossen gewärmt. Der Daumen als Element Feuer steht auch für das Manipura-Chakra und unterstützt uns, unsere innere Mitte zu finden. Atme beim Üben dieser Mudra tief in deinen Bauch, um diese Energie zu unterstützen. Du kannst diese Geste mit einer oder beiden Händen ausüben. Mehrmals am Tag für einige Minuten oder in deiner Meditation.

 
 
 
 
 
 
 

 

Gyan/Jñana Mudra

Erdung und Klarheit

Die Gyan Mudra oder Jñana Mudra ist eine der am häufigsten praktizierten Handgesten, die in der Meditation eingesetzt wird. Diese Mudra stärkt deine mentale Kraft und hilft in stressigen Situationen ruhig zu bleiben. Sie fördert die Konzentration, bringt Klarheit, hellt die Stimmung auf und schenkt uns inneren Frieden und spirituelles Wachstum. Diese Handgeste wird den Erd Mudras zugeordnet, stimuliert das Wurzelchakra und verbindet dich mit den Erd-Qualitäten: erdend, beruhigend und harmonisierend.

 

Und so geht’s:
Und so geht’s: in beiden Varianten werden die Spitze des Zeigefingers und des Daumes aneinandergelegt, sodass sie einen Kreis bilden, die restlichen Finger werden gestreckt. Symbolisch steht der Zeigefinger für das Ego, das sich vor dem Daumen, dem Göttlichen verneigt und verbindet.
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Für Gyan Mudra (auch als Chin bekannt) drehst du deine Handfläche nach unten und verbindest dich mit der Erde. Für Jñana Mudra wendest du die Handflächen nach oben, öffnest dich für Inspiration und verbindest dich mit der unendlichen Weisheit.

 
 
 
 
 
 
 

 

Apan Vayu Mudra

Siegel der Herzlichkeit

ist eine Kombination aus zwei Mudras. Vayu und apana. Vayu Mudra lindert Schmerz und Apana Mudra unterstützt Reinigungsprozesse, öffnet Raum, um die Blutzirkulation zum Herzen zu verstärken.

Diese Handgeste wird dem Herz-Chakra (Anahata) zugeordnet und unterstützt die allgemeine Heilung und Stärkung des Herzens. Bei Herzklopfen oder schwachem Puls hilft diese Mudra die Pulsfrequenz zu normalisieren. Darüber hinaus öffnet sie Blockaden am Herzen und lässt dich wieder mit deinem Herzen fühlen.

 

Und so geht’s:
Lege deine Zeigefingerspitze auf die Daumenwurzel und bringe deine Daumenspitze mit der Spitze von Mittelfinger und Ringfinger zusammen. Den kleinen Finger spreizt du ab. Diese Mudra kannst du mit einer oder beiden Händen üben. Auf der Höhe des Herzens, mit den Handflächen nach oben oder auf den Knien abgelegt. Übe diese Mudra täglich für 15 Minuten.

Wenn du Apan Vayu Mudra mit deiner Meditation verbinden möchtest, bringe deine Aufmerksamkeit in deinen Herzensraum. Beobachte, wie sich dein Brustkorb beim Atmen rhythmisch hebt und senkt. Spüre die Weite, die hier entsteht und verbinde dich mit deinem Herzen und öffne es in Liebe.

 
 
 
 
 

 

Vishnu Mudra

Harmonie und Ruhe

ist nach dem hinduistischen Gott Vishnu benannt. Der Beschützer, der das Universum im Gleichgewicht hält. Diese Handgeste hat ebenfalls eine ausgleichende Wirkung – auf den Energiefluss in unserem physischen und energetischen Körper. Aus diesem Grund ist sie auch ein Teil der Wechselatmung (Anuloma Viloma/Nadi Shodhana) und bei vielen Yogis bekannt. Vishnu Mudra zählt zu den Erd-Mudras und für Ausgleich, Harmonie, Beruhigung und Frieden.

 

Und so geht’s:
Beuge deinen Zeige- und Mittelfinger und lege deren Fingerkuppen auf den Daumenballen. Ring- und kleiner Finger liegen eng aneinander und werden wie der Daumen gestreckt. Für die Wechselatmung führst du diese Mudra mit der rechten Hand aus. Deinen Daumen legst du dabei an deinen rechten Nasenflügel und im Wechsel den Ringfinger an den linken Nasenflügel.

Verschließe zuerst das rechte Nasenloch und beginne auf der linken Seite für 4 Atemzüge einzuatmen. Verschließe dann das linke Nasenloch und atme auf der rechten Seite für 6 Atemzüge aus.
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Anuloma Viloma = ohne Atmenpause (Rhythmen 4:6, 4:8 oder 5:10)
Nadi Shodhana = mit Atempause (Rhythmen: 2:8:4, 4:16:8 – Verhältnis 1:4:2)

 
 
 
 

 

Garuda Mudra

Vitalisierung und Balance

Garuda bedeutet mystischer Vogel. König der Lüfte und Feind der Schlangen. In der indischen Mythologie ist Garuda das Reittier von Vishnu. Die Mudra des Adlers steht für das Element Luft (Abheben, Schweben, Fliegen) und Feuer (Überwindung von Negativitäten) – Leichtigkeit und Durchsetzungsvermögen. Diese Handgeste fördert die Durchblutung und gleicht die Energie im Körper aus. Garuda Mudra wirkt entspannend und schmerzlindernd.

 

Und so geht’s:
Bringe die rechte Hand vor deinen Oberkörper, Handfläche zeigt zum Körper. Dann platziere die linke Hand vor der rechten und verhake die Daumen (Feuer verbindet sich und die Flammen zeigen nach oben) Die restlichen Finger sind locker gespreizt; breiten sich aus, wie die Flügel eines Vogels. Lege die Mudra erst für einige Atemzüge vor deinen Bauchraum und dann vor dein Herz.
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Hebe ab, genieße die Freiheit und lasse den alltäglichen Krimskrams hinter dir.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Yoni Mudra

Energie und Geborgenheit

Das Sanskrit-Wort Yoni bedeutet Schoß, Mutterleib, Gefäß oder Quelle. Diese Mudra ist auch als Siegel der Göttin bekannt. Sie symbolisiert das Prinzip von Shakti, der weiblichen Energie im Universum. Mit dieser Handgeste wenden wir uns dem Mutterschoß und Quelle hin und erwecken die innewohnende Schöpfungsenergie.

Diese Mudra gehört zu den Wasser-Mudras und spricht unser Sakral Chakra (Svadhisthana) an. Sie stärkt die Gebärmutter (im physischen sowie energetischen Sinne), bringt Wärme ins Becken, unterstützt den Energiefluss im Körper und fördert die Konzentration. Durch das Aneinanderlegen/Verschränken der Finger wirkt sie ausgleichend auf beide Gehirnhälften. Die Energie der fünf Sinne wird nach Innen gekehrt, um zum Urgrund aller Dinge zu gelangen. Die Verbindung der Kuppen von Zeigefingern und Daumen intensiviert den Pranafluss.
 

Und so geht’s:
Beuge deine Mittelfinger, Ringfinger, kleinen Finger und lege sie aneinander. (Wenn du magst, kannst du sie auch ineinander verschränken.) Dann lege jeweils die Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger aufeinander und spreize sie ab, sodass sie eine Raute bilden. Drehe die Hände so, dass die Daumen nach oben und Zeigefinger nache unten zeigen. Deine Ellebogen richten sich von selbst zur Seite und öffnen den Brustraum. Im Stehen kannst du die Mudra vor deinen Schoß bringen. Wenn du sitzt, lege die Hände in deinen Schoß – Fühl dich begorgen, wie im Mutterschoß.