Beat der Urkräfte

Wärmend und nährend von Energie umarmt,
wirbelt gleichzeitig wie ein Sturm durch mich durch.
Lässt nichts an Ort und Stelle,
holt an die Oberfläche, was tief verborgen liegt,
fest hält, mich nicht bewegen lässt.
Mit hartnäckigen Krallen im Nacken sitzt.
Urangst, die mich schon vor Jahren in die Knie zwang.
Sich noch einmal aufbäumt
und mir tief in die Augen schaut.
Ich spüre es schmerzhaft.
Habe den Ruf so oft vernommen
und bin dem Ausleben doch entronnen.

Das einzige, was mich in diesem Moment trägt, der Beat.
Schritt für Schritt.
Auch wenn ich glaube, ich kann nicht mehr.
Weiter und weiter.
Bewegt etwas in mir.
Löst, lockert, was mich hält.
Rauscht mit dem Wind durch mich durch.
Lässt mich Urkraft spüren.
Erkenntnisse zwischen Maisfeld und Tränenmeer.

Ich habe die Wahl.
Einfach weiter rennen, auf und davon, bis zur Erschöpfung.
Oder anhalten, mich hingeben, blind vertrauen.
Mutig springen, mit meinem Herz in der Hand.

Dann sitze ich nieder, die Beine gekreuzt.
Spüre die Wurzeln, die bis in die Erde reichen.
Wärme, Hitze, die sich in meinem ganzen Körper ausbreitet.
Meinen Rücken entlang nach oben kriecht.
Zirkuliert und pocht.
Ein Gefühl von Schwerelosigkeit, Geborgenheit und tiefer Dankbarkeit,
das mich erfüllt.

Auch wenn der Sturm im Innen und Außen tobt.
Im Hier und Jetzt ist alles gut.

 

© Sabrina Krämer (26.07.2021)